Weißdorn
Crataegus monogyna Jacq. und C. laevigata (Poir.) DC. (beide arzneibuchkonform)
Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Blüten mit Blättern (Crataegi folium cum flore), Früchte (Crataegi fructus)
- Sammelzeit
- Blüten: Mai–Juni; Früchte: September–Oktober
- Vorkommen
- Europa, Nordafrika, Westasien; Hecken, Waldränder
- Volksnamen
- Eingriffiger Weißdorn, Mehlbeere, Hagedorn, Christusdorn
Wirkungen
- Positiv inotrop (steigert Kontraktionskraft des Herzens)
- Koronardilatatierend (erweitert Herzkranzgefäße)
- Negativ chronotrop (senkt Herzfrequenz bei Tachykardie)
- Antiarrhythmisch (verlängert Refraktärzeit)
- Antioxidativ (stark – OPC, Flavonoide)
- Vasodilatierend (peripher blutdrucksenkend)
- Kardioprotektiv
Wirkstoffe
- Oligomere Procyanidine (OPC) (1–3 %): Kondensierte Tannine (insbesondere in Früchten)
- Flavonoide: Vitexin-2-O-rhamnosid (Leitsubstanz), Hyperosin, Rutin, Orientin
- Triterpensäuren: Ursolsäure, Oleanolsäure, Crataegolsäure
- Chlorogensäure
- Amine (Spuren): Tyramin, Isoamylamin
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Herzinsuffizienz NYHA I–II (nachlassende Herzleistung, beginnende Herzinsuffizienz)
- Nervöse Herzbeschwerden (Herzklopfen, Herzstolpern)
- Altersbedingte Herzfunktionsstörungen
- Unterstützend bei Hypertonie (mild vasodilatierend)
- Arteriosklerose-Prävention (antioxidativ)
Äußere Anwendung
- Nicht üblich
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee | 1–2 TL Blüten/Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen | 2–3x täglich |
| Extrakt/Kapsel | Standardisiert auf mind. 1,5 % Vitexin-Rhamnosid oder 18 % OPC | 160–900 mg Extrakt täglich |
| Fertigpräparat | Crataegutt novo, Faros, Telebrix Weißdorn | Laut Packungsbeilage |
| Tinktur | 1:5 in 40 % Ethanol | 2–3 ml, 3x täglich |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV): Nur unter ärztlicher Überwachung
Wechselwirkungen
- Herzglykoside (Digoxin): Mögliche additive Wirkung
- Antiarrhythmika: Mögliche additive Wirkung
- Antihypertensiva: Additive blutdrucksenkende Wirkung
- Phosphodiesterase-5-Hemmer (Sildenafil): Additive vasodilatatorische Wirkung möglich
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine ausreichenden Daten; zurückhaltend einsetzen Traditionell als unbedenklich eingestuft in normalen Mengen
Besonderheiten
- SPICE-Studie (2008): Großangelegte RCT mit WS 1442 (Weißdornextrakt) bei 2681 Herzinsuffizienz-Patienten – kein Unterschied zu Placebo bei Primärendpunkt; positive Subgruppenanalysen
- Bei leichter Herzinsuffizienz und nervösen Herzbeschwerden gut klinisch belegt
- Weißdorn ist als Herztonikum praktisch frei von Nebenwirkungen – einzige Heilpflanze mit direkter Herzwirkung ohne signifikantes Toxizitätsprofil
- Der Weißdorn blüht als Hecke oft im Mai – volkstümlich "Mai-Blüte" – und wurde mit zahlreichen Bräuchen verbunden (Maibaumzweige)
- "Hagedorn" wegen der Dornen, die Hag (Hecke) verteidigen
- Kommission E: Positiv (Nachlassende Herzleistung NYHA I–II)
Weißdorn – Crataegus monogyna gehört zu den Rosaceae (Rosengewächse) und sPICE-Studie (2008): Großangelegte RCT mit WS 1442 (Weißdornextrakt) bei 2681 Herzinsuffizienz-Patienten – kein Unterschied zu Placebo bei Primärendpunkt; positive Subgruppenanalysen.
Besonderheiten
- SPICE-Studie (2008): Großangelegte RCT mit WS 1442 (Weißdornextrakt) bei 2681 Herzinsuffizienz-Patienten – kein Unterschied zu Placebo bei Primärendpunkt; positive Subgruppenanalysen
- Bei leichter Herzinsuffizienz und nervösen Herzbeschwerden gut klinisch belegt
- Weißdorn ist als Herztonikum praktisch frei von Nebenwirkungen – einzige Heilpflanze mit direkter Herzwirkung ohne signifikantes Toxizitätsprofil
- Der Weißdorn blüht als Hecke oft im Mai – volkstümlich “Mai-Blüte” – und wurde mit zahlreichen Bräuchen verbunden (Maibaumzweige)
- “Hagedorn” wegen der Dornen, die Hag (Hecke) verteidigen
- Kommission E: Positiv (Nachlassende Herzleistung NYHA I–II)
Verwandte Anwendungsgebiete
Herz und Kreislauf
Das Herz-Kreislauf-System profitiert von pflanzlichen Wirkstoffen, die Gefäße schützen, den Blutdruck regulieren, die Durchblutung verbessern und das Herz tonisieren. Phytotherapeutika spielen hier eine wichtige unterstützende Rolle – stets in Abstimmung mit ärztlicher Begleitung bei diagnostizierten Herzerkrankungen.
Nerven und Psyche
Schlafstörungen, Stress, Angst, depressive Verstimmungen und Konzentrationsprobleme – nervliche Beschwerden gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen der modernen Gesellschaft. Pflanzliche Nervina und Adaptogene bieten wirkungsvolle, gut verträgliche Alternativen zu synthetischen Psychopharmaka für leichte bis mittelschwere Beschwerden.
Häufige Fragen
Wofür wird Weißdorn verwendet?
Herzinsuffizienz NYHA I–II (nachlassende Herzleistung, beginnende Herzinsuffizienz), Nervöse Herzbeschwerden (Herzklopfen, Herzstolpern), Altersbedingte Herzfunktionsstörungen
Wie bereitet man Weißdorn als Tee zu?
1–2 TL Blüten/Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen Dosierung: 2–3x täglich
Hat Weißdorn Wechselwirkungen?
Herzglykoside (Digoxin): Mögliche additive Wirkung Antiarrhythmika: Mögliche additive Wirkung Antihypertensiva: Additive blutdrucksenkende Wirkung Phosphodiesterase-5-Hemmer (Sildenafil): Additive vasodilatatorische Wirkung möglich