Teufelskralle (Afrikanische Teufelskralle)
Harpagophytum procumbens (Burch.) DC. ex Meisn.
Familie: Pedaliaceae (Sesamgewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Sekundärwurzeln (Harpagophyti radix)
- Sammelzeit
- Regenzeit (Januar–April); Schnitterntemethode (nachhaltige Ernte aus Wildbeständen)
- Vorkommen
- Südafrika, Namibia, Botswana (Kalahari-Wüste und angrenzende Steppen)
- Volksnamen
- Afrikanische Teufelskralle, Trampelklette, Teufelskralle
Wirkungen
- Antientzündlich (Harpagoside hemmen COX-2, NF-κB, Zytokine)
- Analgetisch (Schmerzlinderung)
- Chondroprotektiv (hemmt Knorpelabbau-Enzyme in vitro)
- Antioxidativ
- Mäßig choleretisch
- Appetitanregend (Bitterstoffe)
Wirkstoffe
- Iridoidglykoside (0,5–3 %): Harpagoside (Hauptwirkstoff), Harpagid, Procumbid
- Phytosterole: β-Sitosterin, Stigmasterin
- Flavonoide: Kämpferol, Luteolin
- Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure, Kaffeesäure
- Zuckerester: Verbascoside
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Degenerative Gelenkerkrankungen: Arthrose (Knie, Hüfte, Wirbelsäule)
- Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen
- Muskelverspannungen
- Dyspeptische Beschwerden (traditionell, durch Bitterwirkung)
- Appetitlosigkeit
Äußere Anwendung
- Gelenkeinreibungen (Gel, Creme mit Teufelskrallenextrakt)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (Kaltauszug) | 1–2 TL Wurzelpulver in 300 ml kaltem Wasser 8 Stunden ansetzen, abseihen | 3x täglich (Kaltauszug bevorzugt) |
| Tee (heiß) | 1–2 TL Wurzel in 150 ml Wasser kochen | 2–3x täglich |
| Extrakt/Kapsel | Standardisiert auf 50–100 mg Harpagoside täglich | 960 mg Extrakt/Tag = ca. 50–100 mg Harpagoside |
| Fertigpräparat | Teufelskrallen-Dragees, Rheuma-Hek, Doloteffin | Laut Packungsbeilage |
| Gel (äußerlich) | Fertigpräparat mit Teufelskrallenextrakt | 2–3x täglich einreiben |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Magengeschwür, Duodenalulkus (Harpagoside stimulieren Magensäureproduktion)
- Gallensteine (choleretische Wirkung)
- Herzrhythmusstörungen (Vorsicht – tierexperimentelle Hinweise auf kardiale Wirkung)
Wechselwirkungen
- Antikoagulanzien (Warfarin): Möglicherweise verstärkte Wirkung (klinische Fallberichte)
- Antidiabetika: Harpagoside können Blutzucker beeinflussen
- Antihypertensiva: Additive Wirkung möglich
- NSAR: Additive antientzündliche Wirkung (Reduktion der NSAR-Dosis möglich)
Schwangerschaft & Stillzeit
Kontraindiziert (uterusstimulierend)
Besonderheiten
- Der Name bezieht sich auf die mit Widerhaken bewehrten Früchte, die sich in Tierpfoten verhaken ("Teufelskralle")
- Eine der am besten klinisch belegten Heilpflanzen bei Rückenschmerzen und Arthrose: Mehrere RCTs und Cochrane-Analysen bestätigen Wirksamkeit
- Meta-Analyse (Gagnier et al. 2004): Teufelskralle besser als Placebo bei unspezifischem Kreuzschmerz
- Kaltauszug bevorzugt: Die Harpagoside sind thermolabil – heißes Wasser reduziert Gehalt
- Nachhaltigkeitsproblematik: Wildwuchs in Namibia und Botswana unter Druck durch Übernutzung – Fair-Trade-zertifizierte Produkte bevorzugen
- Kommission E: Positiv (Verdauungsbeschwerden; unterstützend bei degenerativen Bewegungsapparat-Erkrankungen)
Teufelskralle (Afrikanische Teufelskralle) – Harpagophytum procumbens gehört zu den Pedaliaceae (Sesamgewächse) und der Name bezieht sich auf die mit Widerhaken bewehrten Früchte, die sich in Tierpfoten verhaken (“Teufelskralle”).
Besonderheiten
- Der Name bezieht sich auf die mit Widerhaken bewehrten Früchte, die sich in Tierpfoten verhaken (“Teufelskralle”)
- Eine der am besten klinisch belegten Heilpflanzen bei Rückenschmerzen und Arthrose: Mehrere RCTs und Cochrane-Analysen bestätigen Wirksamkeit
- Meta-Analyse (Gagnier et al. 2004): Teufelskralle besser als Placebo bei unspezifischem Kreuzschmerz
- Kaltauszug bevorzugt: Die Harpagoside sind thermolabil – heißes Wasser reduziert Gehalt
- Nachhaltigkeitsproblematik: Wildwuchs in Namibia und Botswana unter Druck durch Übernutzung – Fair-Trade-zertifizierte Produkte bevorzugen
- Kommission E: Positiv (Verdauungsbeschwerden; unterstützend bei degenerativen Bewegungsapparat-Erkrankungen)
Verwandte Anwendungsgebiete
Bewegungsapparat
Gelenk- und Muskelbeschwerden, rheumatische Erkrankungen und Sportverletzungen sind häufige Beschwerden, bei denen Phytotherapeutika entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken – sowohl äußerlich als auch innerlich.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Teufelskralle (Afrikanische Teufelskralle) verwendet?
Degenerative Gelenkerkrankungen: Arthrose (Knie, Hüfte, Wirbelsäule), Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelverspannungen
Wie bereitet man Teufelskralle (Afrikanische Teufelskralle) als Tee zu?
1–2 TL Wurzelpulver in 300 ml kaltem Wasser 8 Stunden ansetzen, abseihen Dosierung: 3x täglich (Kaltauszug bevorzugt)
Hat Teufelskralle (Afrikanische Teufelskralle) Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien (Warfarin): Möglicherweise verstärkte Wirkung (klinische Fallberichte) Antidiabetika: Harpagoside können Blutzucker beeinflussen Antihypertensiva: Additive Wirkung möglich NSAR: Additive antientzündliche Wirkung (Reduktion der NSAR-Dosis möglich)