Süßholz (Echtes Süßholz)

Glycyrrhiza glabra L.

Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Wurzel und Rhizom (Liquiritiae radix), Trockenextrakt (Succus liquiritiae)
Sammelzeit
Herbst (3–5 Jahre alte Wurzeln)
Vorkommen
Mittelmeerraum, Vorderasien, Zentralasien; kultiviert
Volksnamen
Echtes Süßholz, Lakritze, Spanisches Holz, Bärenwurzel

Wirkungen

  • Expektorierend (Saponine verflüssigen Bronchialschleim)
  • Antientzündlich (Glycyrrhizin hemmt Phospholipase A2, hemmt Prostaglandinsynthese)
  • Antiulzerös (Glycyrrhizin schützt Magenschleimhaut, hemmt H. pylori)
  • Hepatoprotektiv
  • Antiviral (Glycyrrhizin hemmt diverse Viren)
  • Östrogenähnlich (Isoflavone)
  • Mineralokortikoid-ähnlich (Glycyrrhizin hemmt 11β-HSD → Aldosteroneffekt)

Wirkstoffe

  • Triterpensaponine (2–25 %): Glycyrrhizin (Glycyrrhizinsäure; 50-mal süßer als Saccharose)
  • Flavonoide: Liquiritin, Isoliquiritin, Liquiritigenin, Glabren
  • Cumarine: Herniarin, Umbelliferon
  • Polysaccharide: Glycyrrhizan
  • Sterole
  • Stärke

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Katarrhe der oberen Luftwege, Bronchitis (expektorierend)
  • Gastritis, Magengeschwür (Schleimhautschutz)
  • Dyspepsie
  • Adjuvant bei Leber- und Gallenwegserkrankungen
  • Traditionell: Erschöpfung, Nebennierenschwäche (adaptogen)

Äußere Anwendung

  • Schleimhautentzündungen (Mundspülung mit Lakritzextrakt)
  • Hautprobleme: Ekzeme, Psoriasis (Glyzzyrrhizin-Creme)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 1 TL Wurzelstücke in 150 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 5 Min. köcheln 2–3x täglich
Lakritzstangen Reiner Lakritzextrakt (nicht Süßwaren mit Zucker) Max. 5–15 g täglich
Tinktur 1:5 in 40 % Ethanol 2–3 ml, 3x täglich
Fertigpräparat Hustensirup, Magenprotektiva Laut Packungsbeilage

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Hypertonie (Glycyrrhizin erhöht Blutdruck durch Pseudoaldosteronismus)
  • Hypokaliämie
  • Leber- und Nierenzirrhose, schwere Nierenerkrankungen
  • Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen
  • Diabetes (beeinflusst Elektrolythaushalt)

Wechselwirkungen

  • Diuretika, Kortikosteroide: Additiver Kaliumverlust (Hypokaliämie-Risiko!)
  • Antihypertensiva: Abgeschwächte Wirkung
  • Herzglykoside: Erhöhte Toxizität durch Kaliummangel
  • Warfarin: Mögliche Interaktion

Schwangerschaft & Stillzeit

Therapeutische Dosen: Kontraindiziert (Glycyrrhizin kann Frühgeburt und Entwicklungsstörungen begünstigen) Gelegentlicher Lakritzkonsum als Süßware: Moderate Mengen vertretbar

Besonderheiten

  • Glycyrrhizin ist 50x süßer als Zucker – daher die kalorienarme Lakritze
  • Pseudoaldosteronismus: Tägliche Einnahme von > 50 mg Glycyrrhizin über Wochen kann Hypertonie, Ödeme und Hypokaliämie verursachen
  • Sicherheitsgrenze: Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt max. 100 mg Glycyrrhizin/Tag (entspricht ca. 60–70 g echter Lakritze)
  • Lakritzwaren in Lebensmitteln haben oft deklarationspflichtige Glycyrrhizin-Gehalte ("Enthält Süßholzextrakt – bei Bluthochdruck meiden")
  • Kommission E: Positiv (Katarrhe der oberen Luftwege, Ulcus ventriculi et duodeni)

Süßholz (Echtes Süßholz) – Glycyrrhiza glabra gehört zu den Fabaceae (Hülsenfrüchtler) und glycyrrhizin ist 50x süßer als Zucker – daher die kalorienarme Lakritze.

Besonderheiten

  • Glycyrrhizin ist 50x süßer als Zucker – daher die kalorienarme Lakritze
  • Pseudoaldosteronismus: Tägliche Einnahme von > 50 mg Glycyrrhizin über Wochen kann Hypertonie, Ödeme und Hypokaliämie verursachen
  • Sicherheitsgrenze: Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt max. 100 mg Glycyrrhizin/Tag (entspricht ca. 60–70 g echter Lakritze)
  • Lakritzwaren in Lebensmitteln haben oft deklarationspflichtige Glycyrrhizin-Gehalte (“Enthält Süßholzextrakt – bei Bluthochdruck meiden”)
  • Kommission E: Positiv (Katarrhe der oberen Luftwege, Ulcus ventriculi et duodeni)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Süßholz (Echtes Süßholz) verwendet?
Katarrhe der oberen Luftwege, Bronchitis (expektorierend), Gastritis, Magengeschwür (Schleimhautschutz), Dyspepsie
Wie bereitet man Süßholz (Echtes Süßholz) als Tee zu?
1 TL Wurzelstücke in 150 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 5 Min. köcheln Dosierung: 2–3x täglich
Hat Süßholz (Echtes Süßholz) Wechselwirkungen?
Diuretika, Kortikosteroide: Additiver Kaliumverlust (Hypokaliämie-Risiko!) Antihypertensiva: Abgeschwächte Wirkung Herzglykoside: Erhöhte Toxizität durch Kaliummangel Warfarin: Mögliche Interaktion