Spitzwegerich
Plantago lanceolata L.
Familie: Plantaginaceae (Wegerichgewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Blätter (Plantaginis lanceolatae folium/herba)
- Sammelzeit
- April–Oktober
- Vorkommen
- Europa, Asien; überall auf Wiesen, Wegrändern, Rasen
- Volksnamen
- Spießkraut, Rippenkraut, Heilwegerich, Schlangenzunge, Hundsrippe
Wirkungen
- Expektorierend (Schleimstoffe beruhigen Bronchialschleimhaut, fördern Schleimtransport)
- Antientzündlich (Aucubin, Catalpol, Apigenin)
- Antimikrobiell (Aucubin, Catalpol)
- Adstringierend (Gerbstoffe)
- Schleimhautschützend
- Wundheilungsfördernd (äußerlich)
- Juckreizlindernd (äußerlich)
Wirkstoffe
- Iridoidglykoside: Aucubin (0,3–2,5 %), Catalpol (antibakteriell, wundheilend)
- Schleimstoffe: Polysaccharide, Galacturonsäure (3–10 %)
- Flavonoide: Apigenin, Luteolin, Acacetin
- Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure, Kaffeesäure
- Gerbstoffe: Tannine (6 %)
- Zink (Spurenelement)
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Reizhusten, Bronchitis (Tee, Sirup – Schleimhautschutz)
- Katarrhe der oberen Luftwege, Heiserkeit
- Pharyngitis, Laryngitis
- Entzündungen im Mund-Rachen-Raum (Mundspülung)
Äußere Anwendung
- Insektenstiche, kleine Wunden (frische zerriebene Blätter – klassisches Hausmittel)
- Entzündliche Hauterkrankungen
- Juckreiz
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee | 2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen | 3–5x täglich |
| Sirup (Hustensirup) | Frische Blätter mit Honig schichten, nach 4–6 Wochen abgießen; oder Teeaufguss mit Honig einkochen | 1 TL, mehrmals täglich |
| Frische Blätter | Zerrieben auf Insektenstiche, Wunden auflegen | Bei Bedarf |
| Tinktur | 1:5 in 25 % Ethanol | 2–3 ml, 3x täglich |
| Mundspülung | Starker Tee | Mehrmals täglich spülen |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Keine bekannt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
Wechselwirkungen
- Keine klinisch relevanten bekannt
Schwangerschaft & Stillzeit
Tee in üblicher Dosierung: Traditionell unbedenklich Keine systematischen Studien
Besonderheiten
- Einer der häufigsten und bekanntesten Heilpflanzen des europäischen Volksmedizinwissens
- "Plantago" von lateinisch "planta" (Fußsohle) – die Blätter wurden durch Fußtritt des Weges breit gedrückt, daher der Name "Wegerich"
- Frische zerriebene Blätter auf Insektenstichen und Wunden: Das bekannteste Kinderhausmittel in Mitteleuropa
- Aucubin wird im Körper zu Catalpol umgewandelt, das antibakteriell und entzündungshemmend wirkt
- Der Gemeine Wegerich (Plantago major) hat ähnliche Eigenschaften, etwas weniger Aucubin
- Kommission E: Positiv (Katarrhe der Luftwege; äußerlich: entzündliche Veränderungen der Haut)
Spitzwegerich – Plantago lanceolata gehört zu den Plantaginaceae (Wegerichgewächse) und einer der häufigsten und bekanntesten Heilpflanzen des europäischen Volksmedizinwissens.
Besonderheiten
- Einer der häufigsten und bekanntesten Heilpflanzen des europäischen Volksmedizinwissens
- “Plantago” von lateinisch “planta” (Fußsohle) – die Blätter wurden durch Fußtritt des Weges breit gedrückt, daher der Name “Wegerich”
- Frische zerriebene Blätter auf Insektenstichen und Wunden: Das bekannteste Kinderhausmittel in Mitteleuropa
- Aucubin wird im Körper zu Catalpol umgewandelt, das antibakteriell und entzündungshemmend wirkt
- Der Gemeine Wegerich (Plantago major) hat ähnliche Eigenschaften, etwas weniger Aucubin
- Kommission E: Positiv (Katarrhe der Luftwege; äußerlich: entzündliche Veränderungen der Haut)
Verwandte Anwendungsgebiete
Atemwege
Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.
Haut
Die Haut ist das größte Organ des Menschen und Spiegel innerer Gesundheit. Phytotherapeutika wirken lokal entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antimikrobiell und juckreizlindernd – mit breitem Anwendungsspektrum von Wunden über Ekzeme bis hin zu Akne und Pilzinfektionen.
Mund und Rachen
Zahnfleischentzündungen, Aphten, Mundgeruch, Halsschmerzen und Heiserkeit lassen sich mit lokal wirkenden Phytotherapeutika sehr effektiv behandeln. Adstringierende, antibakterielle und schleimhautberuhigende Kräuter werden als Spülung, Gurgellösung oder Lutschtablette eingesetzt.
Häufige Fragen
Wofür wird Spitzwegerich verwendet?
Reizhusten, Bronchitis (Tee, Sirup – Schleimhautschutz), Katarrhe der oberen Luftwege, Heiserkeit, Pharyngitis, Laryngitis
Wie bereitet man Spitzwegerich als Tee zu?
2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen Dosierung: 3–5x täglich
Hat Spitzwegerich Wechselwirkungen?
Keine klinisch relevanten bekannt