Schafgarbe

Achillea millefolium L. agg.

Familie: Asteraceae (Korbblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Kraut (Millefolii herba), Blüten
Sammelzeit
Juni–September (Blütezeit, bei trockenem Wetter)
Vorkommen
Europa, Asien; Wiesen, Wegränder, Magerstandorte, weit verbreitet
Volksnamen
Gemeine Schafgarbe, Soldatenkraut, Blutstillkraut, Tausendblatt, Achilleskraut

Wirkungen

  • Antispasmodisch (Magen-Darm, Uterus)
  • Choleretisch (fördert Gallenfluss)
  • Blutstillend (äußerlich – Gerbstoffe, Achillein)
  • Entzündungshemmend (Flavonoide, Chamazulen)
  • Tonisch/appetitanregend (Bitterstoffe)
  • Diaphoretisch (schweißtreibend bei Erkältung)
  • Antimikrobiell

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (0,02–1 %): Chamazulen (blaugrün, entzündungshemmend), β-Pinen, Campher, Cineol, Borneol
  • Flavonoide: Apigenin, Luteolin, Artemetin, Casticin
  • Sesquiterpenlactone: Achillin, Achillicin (bitter)
  • Alkaloide: Achillein, Stachydrin (Betaine)
  • Gerbstoffe: Tannine (3–4 %)
  • Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure, Kaffeesäure

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Krämpfe, Völlegefühl
  • Gallenprobleme (choleretisch)
  • Appetitlosigkeit (Bitterstoffe)
  • Menstruationsbeschwerden (krampflösend)
  • Unregelmäßige Menstruation
  • Erkältungen (schweißtreibend)

Äußere Anwendung

  • Kleine Wunden (Blutstillung – frische zerriebene Blätter oder Tee als Kompress)
  • Wundheilung
  • Hämorrhoiden (Sitzbad)
  • Haut- und Schleimhautentzündungen

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen 3x täglich vor Mahlzeiten
Frisches Kraut Zerriebene frische Blätter auf Wunde drücken Bei Bedarf
Sitzbad Starker Aufguss (50 g auf 1 L Wasser), lauwarm 15–20 Min., 1–2x täglich
Tinktur 1:5 in 40 % Ethanol 3x täglich 2–3 ml
Presssaft Frischer Pflanzensaft 1–3 EL täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Korbblütler (Kreuzallergie möglich)
  • Bekannte Allergie gegen Sesquiterpenlactone (Allergen: α-Peroxyachifolid)

Wechselwirkungen

  • Antikoagulanzien: Vorsicht (Achillein kann Thrombozytenaggregation beeinflussen)
  • Blutdrucksenkende Mittel: Mögliche additive Wirkung

Schwangerschaft & Stillzeit

Therapeutische Dosen in der Schwangerschaft meiden (uterusstimulierend) Gewürzmengen: Vertretbar

Besonderheiten

  • Der Name "Achillea" geht auf die Sage zurück, dass Achilles die Wunden seiner Soldaten mit Schafgarbe behandelte
  • "Soldatenkraut" – historisch bei Schlachten als Blutstillmittel im Erste-Hilfe-Einsatz
  • Der Blaustoff Chamazulen entsteht erst beim Destillationsprozess aus dem farblosen Prochamazulen – ähnlich wie bei der Kamille
  • Schafgarbe wird von Schäfern als heilsam für Schafe beobachtet (Name!): Tiere suchen die Pflanze bei Verdauungsproblemen auf
  • Kommission E: Positiv (Dyspepsie; äußerlich: Wunden, Entzündungen)

Schafgarbe – Achillea millefolium gehört zu den Asteraceae (Korbblütler) und der Name “Achillea” geht auf die Sage zurück, dass Achilles die Wunden seiner Soldaten mit Schafgarbe behandelte.

Besonderheiten

  • Der Name “Achillea” geht auf die Sage zurück, dass Achilles die Wunden seiner Soldaten mit Schafgarbe behandelte
  • “Soldatenkraut” – historisch bei Schlachten als Blutstillmittel im Erste-Hilfe-Einsatz
  • Der Blaustoff Chamazulen entsteht erst beim Destillationsprozess aus dem farblosen Prochamazulen – ähnlich wie bei der Kamille
  • Schafgarbe wird von Schäfern als heilsam für Schafe beobachtet (Name!): Tiere suchen die Pflanze bei Verdauungsproblemen auf
  • Kommission E: Positiv (Dyspepsie; äußerlich: Wunden, Entzündungen)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Schafgarbe verwendet?
Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Krämpfe, Völlegefühl, Gallenprobleme (choleretisch), Appetitlosigkeit (Bitterstoffe)
Wie bereitet man Schafgarbe als Tee zu?
1–2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. ziehen Dosierung: 3x täglich vor Mahlzeiten
Hat Schafgarbe Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien: Vorsicht (Achillein kann Thrombozytenaggregation beeinflussen) Blutdrucksenkende Mittel: Mögliche additive Wirkung