Pfefferminze

Mentha × piperita L. (Hybride aus M. aquatica × M. spicata)

Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)

Steckbrief

Pflanzenteile
Blätter (Menthae piperitae folium), ätherisches Öl (Menthae piperitae aetheroleum)
Sammelzeit
Juni–August (kurz vor der Blüte)
Vorkommen
Kultivierter Hybrid; weltweit angebaut; verwildert in feuchten Lagen
Volksnamen
Englische Minze, Echte Minze, Herzgespann

Wirkungen

  • Karminativ (blähungswidrig – ätherisches Öl relaxiert Darmmuskulatur)
  • Spasmolytisch (Menthol und Menthon hemmen Calciumkanäle der glatten Muskulatur)
  • Choleretisch (fördert Gallenproduktion)
  • Antimikrobiell, antiviral
  • Kühlend (TRPM8-Rezeptor-Aktivierung durch Menthol)
  • Analgetisch äußerlich (Schläfenapplikation bei Kopfschmerzen)
  • Lokalanästhetisch (mild)

Wirkstoffe

  • Ätherisches Öl (1–3 %): Menthol (30–55 %), Menthon (14–32 %), Menthylacetat, Menthofuran, 1,8-Cineol
  • Flavonoide: Luteolin, Apigenin, Eriocitrin, Hesperidin
  • Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure, Chlorogensäure
  • Gerbstoffe: Tannine (3–6 %)

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Koliken, Übelkeit
  • Reizdarm-Syndrom (enterisch beschichtete Pfefferminzöl-Kapseln klinisch gut belegt)
  • Gallenprobleme (choleretisch)
  • Übelkeit (Tee, Inhalation)
  • Erkältung: Inhalation, Nasensalbe (Schleimhautabschwellung durch Menthol)

Äußere Anwendung

  • Kopfschmerzen, Migräne (10 % Pfefferminzöl-Lösung auf Schläfen – klinisch belegt)
  • Muskelschmerzen, Neuralgien (Einreibung)
  • Juckreiz (kühlend)
  • Erkältungseinreibungen (Brust, Rücken)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee 1,5–2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken 3–4x täglich zwischen Mahlzeiten
Ätherisches Öl (innerlich) Nur als magensaftresistente Kapseln (IBSkaps, Colpermin) 1–2 Kapseln, 3x täglich
Einreibung (äußerlich) 2–3 Tropfen äth. Öl in 1 EL Trägeröl Auf Schläfen, Nacken, Muskulatur
Inhalation 2–3 Tropfen äth. Öl in heißes Wasser 2–3x täglich, 5–10 Min.
Nasensalbe Fertigpräparate mit Menthol/Pfefferminzöl Mehrmals täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Niemals Menthol/Pfefferminzöl im Gesichtsbereich (Atemstillstand möglich!)
  • Gallenwegserkrankungen, Gallensteine (stimuliert Gallenfluss)
  • Schwerer Leberschaden
  • Innerliches ätherisches Öl: GERD (Sodbrennen), Hiatus hernie

Wechselwirkungen

  • CYP3A4-Hemmung durch Menthol (theoretisch, klinische Relevanz gering bei normalen Dosen)
  • Ciclosporin: Mögliche Plasmaspiegelerhöhung

Schwangerschaft & Stillzeit

Tee in üblicher Dosierung: Unbedenklich Ätherisches Öl innerlich in großen Mengen: Nicht empfohlen Äußerlich im Gesicht von Säuglingen: Kontraindiziert

Besonderheiten

  • Pfefferminze ist ein kultureller Hybrid – kommt in der Natur nicht vor und kann sich nicht durch Samen vermehren
  • Die klinische Wirksamkeit magensaftresistenter Pfefferminzöl-Kapseln bei Reizdarm ist durch mehrere Metaanalysen gut belegt
  • Menthol aktiviert den Kälterezeptor TRPM8, ohne die Temperatur zu senken – daher das Kühlegefühl
  • In der Kopfschmerzbehandlung: 10 % Pfefferminzöl-Lösung auf Schläfen vergleichbar mit 1000 mg Paracetamol (Göbel et al. 1996)
  • Kommission E: Positiv (Erkrankungen der Gallenwege, Reizdarm, Katarrhe der oberen Luftwege)

Pfefferminze – Mentha × piperita gehört zu den Lamiaceae (Lippenblütler) und pfefferminze ist ein kultureller Hybrid – kommt in der Natur nicht vor und kann sich nicht durch Samen vermehren.

Besonderheiten

  • Pfefferminze ist ein kultureller Hybrid – kommt in der Natur nicht vor und kann sich nicht durch Samen vermehren
  • Die klinische Wirksamkeit magensaftresistenter Pfefferminzöl-Kapseln bei Reizdarm ist durch mehrere Metaanalysen gut belegt
  • Menthol aktiviert den Kälterezeptor TRPM8, ohne die Temperatur zu senken – daher das Kühlegefühl
  • In der Kopfschmerzbehandlung: 10 % Pfefferminzöl-Lösung auf Schläfen vergleichbar mit 1000 mg Paracetamol (Göbel et al. 1996)
  • Kommission E: Positiv (Erkrankungen der Gallenwege, Reizdarm, Katarrhe der oberen Luftwege)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Pfefferminze verwendet?
Dyspeptische Beschwerden: Blähungen, Koliken, Übelkeit, Reizdarm-Syndrom (enterisch beschichtete Pfefferminzöl-Kapseln klinisch gut belegt), Gallenprobleme (choleretisch)
Wie bereitet man Pfefferminze als Tee zu?
1,5–2 TL Blätter mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. ziehen, abdecken Dosierung: 3–4x täglich zwischen Mahlzeiten
Hat Pfefferminze Wechselwirkungen?
CYP3A4-Hemmung durch Menthol (theoretisch, klinische Relevanz gering bei normalen Dosen) Ciclosporin: Mögliche Plasmaspiegelerhöhung