Mariendistel
Silybum marianum (L.) Gaertn.
Familie: Asteraceae (Korbblütler)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Früchte ohne Pappus (Cardui mariae fructus)
- Sammelzeit
- August–September (reife Früchte)
- Vorkommen
- Mittelmeerraum; verwildert in Mitteleuropa, Straßen- und Ruderalstandorte
- Volksnamen
- Frauendistel, Stechkörner, Silberdistel, Marienkörnchen
Wirkungen
- Hepatoprotektiv (Silymarin stabilisiert Zellmembranen, hemmt Toxinaufnahme in Hepatozyten)
- Antioxidativ (fängt freie Radikale, hemmt Lipidperoxidation)
- Antifibrotisch (hemmt Aktivierung hepatischer Sternzellen)
- Antientzündlich (hemmt NF-κB, Leukotriene)
- Leberzellregenerierend (stimuliert RNA-Polymerase I, Proteinbiosynthese)
- Mäßig choleretisch
Wirkstoffe
- Silymarin (1,5–3 % in den Früchten): Flavolignane-Gemisch
- Silybin A und B (Hauptkomponenten, ca. 50–70 % des Silymarins)
- Silychristin, Silydianin, Isosilybin
- Fettes Öl (20–30 %): Linolsäure, Ölsäure
- Flavonoide: Taxifolin
- Betain
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Toxische Leberschäden (z.B. durch Alkohol, Medikamente)
- Chronische Leberentzündungen (Hepatitis)
- Leberzirrhose (supportiv)
- Knollenblätterpilz-Vergiftung (i.v. Silybin als Antidot – klinisch belegt)
- Dyspeptische Beschwerden mit Leberbeteiligung
Äußere Anwendung
- Nicht üblich
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee | 1 TL gemahlene Früchte mit 150 ml heißem Wasser, 10–15 Min. ziehen | 3x täglich vor Mahlzeiten |
| Extrakt/Kapsel | Standardisiert auf 70–80 % Silymarin | 200–400 mg Silymarin/Tag |
| Fertigpräparat | Legalon, Silymarin-Stada u.a. | Laut Packungsbeilage |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Korbblütler
Wechselwirkungen
- Hemmung von CYP2C9, CYP3A4 (theoretisch; klinische Relevanz unklar)
- Mögliche Interaktion mit Antikoagulanzien, Immunsuppressiva, Statinen
- Bei Chemotherapie: Rücksprache mit Arzt (möglicher Schutz der Tumorzellen vor Zytostatika diskutiert)
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine ausreichenden Daten; in der Schwangerschaft zurückhaltend anwenden Traditionell in niedrigen Dosen als unbedenklich eingestuft
Besonderheiten
- Mariendistel ist eine der am besten erforschten hepatoprotektiven Heilpflanzen
- Bei Knollenblätterpilzvergiftung (Amanita phalloides): i.v. Silybin-Infusion ist Standardtherapie und kann lebensrettend sein
- Der Name bezieht sich auf die weißen Blattadern – legendär als Milch der Jungfrau Maria
- Kommission E: Positiv (toxische Leberschäden, supportiv bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen)
Mariendistel – Silybum marianum gehört zu den Asteraceae (Korbblütler) und mariendistel ist eine der am besten erforschten hepatoprotektiven Heilpflanzen.
Besonderheiten
- Mariendistel ist eine der am besten erforschten hepatoprotektiven Heilpflanzen
- Bei Knollenblätterpilzvergiftung (Amanita phalloides): i.v. Silybin-Infusion ist Standardtherapie und kann lebensrettend sein
- Der Name bezieht sich auf die weißen Blattadern – legendär als Milch der Jungfrau Maria
- Kommission E: Positiv (toxische Leberschäden, supportiv bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen)
Verwandte Anwendungsgebiete
Häufige Fragen
Wofür wird Mariendistel verwendet?
Toxische Leberschäden (z.B. durch Alkohol, Medikamente), Chronische Leberentzündungen (Hepatitis), Leberzirrhose (supportiv)
Wie bereitet man Mariendistel als Tee zu?
1 TL gemahlene Früchte mit 150 ml heißem Wasser, 10–15 Min. ziehen Dosierung: 3x täglich vor Mahlzeiten
Hat Mariendistel Wechselwirkungen?
Hemmung von CYP2C9, CYP3A4 (theoretisch; klinische Relevanz unklar) Mögliche Interaktion mit Antikoagulanzien, Immunsuppressiva, Statinen Bei Chemotherapie: Rücksprache mit Arzt (möglicher Schutz der Tumorzellen vor Zytostatika diskutiert)