Ingwer
Zingiber officinale Roscoe
Familie: Zingiberaceae (Ingwergewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Wurzelstock/Rhizom (Zingiberis rhizoma)
- Sammelzeit
- 9–10 Monate nach Pflanzung (Ernte des Rhizoms)
- Vorkommen
- Ursprünglich Süd-/Südostasien; heute weltweit tropisch kultiviert (Hauptproduzenten: Indien, China, Nigeria)
- Volksnamen
- Echter Ingwer, Gewürzingwer, Jamaika-Ingwer
Wirkungen
- Antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen) – Gingerole wirken am 5-HT3-Rezeptor
- Prokinetisch (fördert Magenentleerung)
- Antiphlogistisch (entzündungshemmend) – COX-2-Hemmung durch Gingerole/Shogaole
- Karminativ (blähungswidrig)
- Cholagog (galleflussfördernd)
- Analgetisch (bei Muskelschmerzen, Dysmenorrhoe)
- Durchblutungsfördernd (thermogen: erhöht lokale Hautdurchblutung)
- Thrombozytenaggregationshemmend (schwach)
- Antimikrobiell (ätherisches Öl)
Wirkstoffe
- Scharfstoffe: Gingerole (6-Gingerol als Hauptkomponente im Frischrhizom), Shogaole (entstehen beim Trocknen aus Gingerolen – intensiver scharf), Paradole
- Ätherisches Öl (1–3 %): Zingiberen, Bisabolen, Campher, Borneol, Cineol, Zingiberol
- Diarylheptanoide: Zingerone (Abbauprodukt der Gingerole beim Erhitzen)
- Flavonoide: Quercetin, Kämpferol (Spuren)
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Reiseübelkeit, Kinetose (gut belegt)
- Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum – begrenzte Evidenz, aber breit angewendet)
- Postoperative Übelkeit (adjuvant)
- Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl
- Erkältungen (schweißtreibend, antimikrobiell)
- Rheuma, Arthrose (begleitend – antiinflammatorisch)
- Dysmenorrhoe (Regelschmerzen)
Äußere Anwendung
- Muskelschmerzen, Rheuma (Ingwerpackungen, Reibungen)
- Erkältungseinreibungen (ätherisches Öl)
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Frischer Ingwertee | 1–2 cm frisches Rhizom in Scheiben, 10 Min. in 250 ml heißem Wasser | 2–3x täglich |
| Pulver/Kapsel | Getrocknetes Rhizompulver | 0,5–2 g täglich |
| Bei Reiseübelkeit | Pulver oder Kapseln | 1 g 30 Min. vor Reiseantritt, dann 0,5 g alle 4 h |
| Tinktur | 1:5 in 60% Alkohol | 3x 20–40 Tropfen täglich |
| Ingwerpackung | Geriebener frischer Ingwer in Tuch | Auf schmerzende Stellen 20–30 Min. |
| Tagesdosis | Getrocknetes Rhizom | Bis 4 g täglich (EU-Monografie) |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Gallensteine: Vorsicht (cholagoge Wirkung kann Gallenkolik auslösen)
- Gerinnungsstörungen bei hohen Dosen
Wechselwirkungen
- Antikoagulanzien (Warfarin, Marcumar): Verstärkte Blutungsneigung bei hohen Dosen möglich
- Thrombozytenaggregationshemmer (ASS): Additive Wirkung bei hohen Ingwerdosen
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaftsübelkeit: Bis 1 g täglich gilt als sicher (HMPC-Bewertung) Höhere Dosen: Vorsicht (thrombozytenaggregationshemmend) Stillzeit: In Speisemengen unbedenklich
Besonderheiten
- Shogaole entstehen erst beim Trocknen der Ingwerwurzel – getrockneter Ingwer ist daher schärfer und hat ein anderes Wirkstoffprofil als frischer
- Ingwer ist eines der meistuntersuchten Gewürze mit über 3.000 wissenschaftlichen Publikationen
- 6-Gingerol hemmt COX-2 ähnlich wie Ibuprofen – erklärt die antiinflammatorische Wirkung
- Klinische Studien belegen Wirksamkeit bei Kinetose und Schwangerschaftsübelkeit (NNT ~4–6)
- In der ayurvedischen und TCM-Medizin seit Jahrtausenden als universelles Heilmittel eingesetzt
Ingwer – Zingiber officinale gehört zu den Zingiberaceae (Ingwergewächse) und shogaole entstehen erst beim Trocknen der Ingwerwurzel – getrockneter Ingwer ist daher schärfer und hat ein anderes Wirkstoffprofil als frischer.
Besonderheiten
- Shogaole entstehen erst beim Trocknen der Ingwerwurzel – getrockneter Ingwer ist daher schärfer und hat ein anderes Wirkstoffprofil als frischer
- Ingwer ist eines der meistuntersuchten Gewürze mit über 3.000 wissenschaftlichen Publikationen
- 6-Gingerol hemmt COX-2 ähnlich wie Ibuprofen – erklärt die antiinflammatorische Wirkung
- Klinische Studien belegen Wirksamkeit bei Kinetose und Schwangerschaftsübelkeit (NNT ~4–6)
- In der ayurvedischen und TCM-Medizin seit Jahrtausenden als universelles Heilmittel eingesetzt
Verwandte Anwendungsgebiete
Bewegungsapparat
Gelenk- und Muskelbeschwerden, rheumatische Erkrankungen und Sportverletzungen sind häufige Beschwerden, bei denen Phytotherapeutika entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken – sowohl äußerlich als auch innerlich.
Frauenheilkunde
Der weibliche Zyklus, PMS, Regelschmerzen und die Wechseljahre sind Lebensphasen, in denen Phytotherapeutika wirkungsvoll und sanft eingreifen können. Phytohormone und hormonmodulierende Pflanzen bieten naturidentische Alternativen mit gutem Sicherheitsprofil.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Ingwer verwendet?
Reiseübelkeit, Kinetose (gut belegt), Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum – begrenzte Evidenz, aber breit angewendet), Postoperative Übelkeit (adjuvant)
Wie bereitet man Ingwer als Tee zu?
1–2 cm frisches Rhizom in Scheiben, 10 Min. in 250 ml heißem Wasser Dosierung: 2–3x täglich
Hat Ingwer Wechselwirkungen?
Antikoagulanzien (Warfarin, Marcumar): Verstärkte Blutungsneigung bei hohen Dosen möglich Thrombozytenaggregationshemmer (ASS): Additive Wirkung bei hohen Ingwerdosen