Hopfen

Humulus lupulus L.

Familie: Cannabaceae (Hanfgewächse)

Steckbrief

Pflanzenteile
Weibliche Blütenzapfen/Dolden (Lupuli flos/strobulus), Drüsenhaare (Lupulin)
Sammelzeit
August–September (kurz vor der Reife)
Vorkommen
Europa, Asien, Nordamerika; Hecken, Waldränder; großflächig kultiviert
Volksnamen
Echter Hopfen, Bitterhopfen, Hopfendolde

Wirkungen

  • Sedierend (beruhigend, einschlaffördernd) – 2-Methyl-3-buten-2-ol (entsteht beim Lagern/Trocknen)
  • Anxiolytisch (angstlösend)
  • Muskelrelaxierend (leicht)
  • Antibakteriell (α-Bittersäuren – relevant bei der Bierherstellung)
  • Schwach phytoöstrogenartig (8-Prenylnaringenin)
  • Choleretisch (gallesekretionssteigernd)

Wirkstoffe

  • Bitterharze: α-Bittersäuren (Humulone: Humulon, Cohumulon, Adhumulon), β-Bittersäuren (Lupulone)
  • Phloroglucinderivate: 2-Methyl-3-buten-2-ol (aus α-Bittersäuren bei Lagerung – sedativer Hauptwirkstoff)
  • Ätherisches Öl (0,3–1,0 %): Myrcen, Humulen, β-Caryophyllen
  • Flavonoide: 8-Prenylnaringenin (starkes Phytoöstrogen!), Xanthohumol
  • Gerbstoffe: Proanthocyanidine

Anwendungsgebiete

Innere Anwendung

  • Schlafstörungen, Einschlafprobleme
  • Nervöse Unruhe, Reizbarkeit
  • Angstzustände (mild)
  • Kombinationstherapie mit Baldrian (Synergismus belegt)
  • Appetitlosigkeit (Bitterstoffe)

Äußere Anwendung

  • Hopfenkissen (Schlafkissen): Aromatherapeutisch – ätherisches Öl und 2-Methyl-3-buten-2-ol verdunsten
  • Hautpflege (Extrakte in Kosmetika)

Zubereitung & Dosierung

Art Anleitung Dosierung
Tee (Aufguss) 1,5–2 g Dolden auf 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. 1–2x täglich (abends)
Tinktur 1:5 in 60% Alkohol 3x 0,5–1 ml täglich; 1–2 ml vor dem Schlafen
Kombipräparat mit Baldrian Standardisierte Fertigpräparate Laut Packungsbeilage
Hopfenkissen Getrocknete Dolden in Kissen füllen Aufs Kopfkissen legen
Tagesdosis Droge Getrocknete Dolden 0,5 g täglich

Sicherheit

Kontraindikationen

  • Depression: Hopfen kann depressive Zustände verstärken (sedierende Wirkung)
  • Hormonrezeptor-positives Mammakarzinom: 8-Prenylnaringenin ist ein starkes Phytoöstrogen – Rücksprache mit Arzt
  • Kinder unter 12 Jahren: Keine ausreichenden Daten

Wechselwirkungen

  • Sedierende Medikamente: Verstärkte Wirkung (Benzodiazepine, Barbiturate, Alkohol)
  • Antidepressiva: Nicht kombinieren ohne ärztliche Absprache

Schwangerschaft & Stillzeit

Nicht empfohlen (Phytoöstrogene, fehlende Sicherheitsdaten)

Besonderheiten

  • Hopfenpflückerinnen klagten früher über verstärkte Schläfrigkeit – der Beweis für die sedierende Wirkung
  • 2-Methyl-3-buten-2-ol entsteht erst beim Trocknen und Lagern der Dolden – frische Dolden haben weniger Sedativum
  • Hopfen und Baldrian werden häufig kombiniert – klinisch belegte Synergiewirkung (besser als Einzelsubstanzen)
  • 8-Prenylnaringenin ist eines der stärksten bekannten Phytoöstrogene – 10-100x stärker als Isoflavone
  • Xanthohumol zeigt in Laborstudien interessante karzinopräventive Eigenschaften (noch keine klinischen Daten)

Hopfen – Humulus lupulus gehört zu den Cannabaceae (Hanfgewächse) und hopfenpflückerinnen klagten früher über verstärkte Schläfrigkeit – der Beweis für die sedierende Wirkung.

Besonderheiten

  • Hopfenpflückerinnen klagten früher über verstärkte Schläfrigkeit – der Beweis für die sedierende Wirkung
  • 2-Methyl-3-buten-2-ol entsteht erst beim Trocknen und Lagern der Dolden – frische Dolden haben weniger Sedativum
  • Hopfen und Baldrian werden häufig kombiniert – klinisch belegte Synergiewirkung (besser als Einzelsubstanzen)
  • 8-Prenylnaringenin ist eines der stärksten bekannten Phytoöstrogene – 10-100x stärker als Isoflavone
  • Xanthohumol zeigt in Laborstudien interessante karzinopräventive Eigenschaften (noch keine klinischen Daten)

Verwandte Anwendungsgebiete

Häufige Fragen

Wofür wird Hopfen verwendet?
Schlafstörungen, Einschlafprobleme, Nervöse Unruhe, Reizbarkeit, Angstzustände (mild)
Wie bereitet man Hopfen als Tee zu?
1,5–2 g Dolden auf 150 ml kochendem Wasser, 10–15 Min. Dosierung: 1–2x täglich (abends)
Hat Hopfen Wechselwirkungen?
Sedierende Medikamente: Verstärkte Wirkung (Benzodiazepine, Barbiturate, Alkohol) Antidepressiva: Nicht kombinieren ohne ärztliche Absprache