Frauenmantel
Alchemilla vulgaris L. agg. (Sammelart, ca. 300 Kleinarten)
Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
Steckbrief
- Pflanzenteile
- Kraut (Alchemillae herba)
- Sammelzeit
- Mai–September (Blütezeit)
- Vorkommen
- Europa, gemäßigte Zonen; Wiesen, Wegränder, Waldränder
- Volksnamen
- Gemeiner Frauenmantel, Taumantel, Löwenfuß, Marienmantel, Neunfalter
Wirkungen
- Adstringierend (zusammenziehend) – Gerbstoffe
- Entzündungshemmend (Ellagitannine, Flavonoide)
- Blutstillend (hämostatisch) – Gerbstoffe
- Antibakteriell (Gerbstoffe hemmen Bakterienwachstum)
- Antidiarrhoisch (gegen Durchfall)
- Schwach gestagenartig/hormonregulierend (traditionell – wissenschaftlich nicht sicher belegt)
- Uterustonisierend (traditionell)
Wirkstoffe
- Gerbstoffe (Hauptwirkstoffe): Agrimoniin (Ellagitannin, 6–8 %), Pedunculagin, Laevigatin
- Flavonoide: Quercetin, Kämpferol, Myricetin-Glykoside
- Phenolsäuren: Kaffeesäure, p-Cumarsäure, Chlorogensäure
- Bitterstoffe
- Saponine (Spuren)
Anwendungsgebiete
Innere Anwendung
- Leichter Durchfall (Diarrhoe)
- Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
- Unregelmäßige Menstruation (traditionell, Evidenz begrenzt)
- Beschwerden in und nach der Menopause (traditionell)
- Premenstruelles Syndrom (PMS – traditionell)
- Mundschleimhautentzündungen (Gurgeln)
Äußere Anwendung
- Kleine Wunden, Schürfwunden (Umschläge, Waschungen)
- Hautirritationen, Ekzeme (adstringierend)
- Vaginalspülungen bei Ausfluss (Fluor vaginalis) – traditionell
Zubereitung & Dosierung
| Art | Anleitung | Dosierung |
|---|---|---|
| Tee (Aufguss) | 2–4 g Kraut auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. | 3x täglich 1 Tasse |
| Tagesdosis Droge | Getrocknetes Kraut | 5–10 g täglich |
| Tinktur | 1:5 in 45% Alkohol | 3x 20–40 Tropfen täglich |
| Spülung/Waschung | Stärkerer Aufguss (2x Menge), abkühlen | 2–3x täglich |
| Sitzbad | 50 g auf 5 L Wasser, 15 Min. ziehen | 1–2x täglich 15 Min. |
Sicherheit
Kontraindikationen
- Keine bekannten absoluten Kontraindikationen
- Obstipation: Gerbstoffe können Verstopfung begünstigen – Vorsicht bei vorbestehender Verstopfung
Wechselwirkungen
- Gerbstoffe können Resorption von Alkaloiden, Mineralstoffen (Eisen, Zink) hemmen
- Abstand zu eisenhaltigen Präparaten empfohlen
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: In der Volksmedizin zur Geburtsvorbereitug genutzt, aber uterusstimulierend möglich – in der Frühschwangerschaft meiden Stillzeit: Keine ausreichenden Daten
Besonderheiten
- Der Name "Alchemilla" geht auf die Alchemisten zurück, die den Tautropfen in den faltigen Blättern als besonders rein betrachteten
- Frauenmantel ist eines der wichtigsten Frauenkräuter der europäischen Volksmedizin – seit dem Mittelalter bei Frauenbeschwerden verwendet
- Die Ellagitannine (besonders Agrimoniin) sind starke Antioxidantien und hemmen Tumorwachstum in vitro – klinische Relevanz unklar
- Der Tautropfen, der sich in den hydrophoben Blattfalten sammelt, kann nicht resorbiert werden – rein physikalisches Phänomen
- Wissenschaftliche Evidenz für gynäkologische Indikationen ist dünn – überwiegend traditionelle Nutzung
Frauenmantel – Alchemilla vulgaris gehört zu den Rosaceae (Rosengewächse) und der Name “Alchemilla” geht auf die Alchemisten zurück, die den Tautropfen in den faltigen Blättern als besonders rein betrachteten.
Besonderheiten
- Der Name “Alchemilla” geht auf die Alchemisten zurück, die den Tautropfen in den faltigen Blättern als besonders rein betrachteten
- Frauenmantel ist eines der wichtigsten Frauenkräuter der europäischen Volksmedizin – seit dem Mittelalter bei Frauenbeschwerden verwendet
- Die Ellagitannine (besonders Agrimoniin) sind starke Antioxidantien und hemmen Tumorwachstum in vitro – klinische Relevanz unklar
- Der Tautropfen, der sich in den hydrophoben Blattfalten sammelt, kann nicht resorbiert werden – rein physikalisches Phänomen
- Wissenschaftliche Evidenz für gynäkologische Indikationen ist dünn – überwiegend traditionelle Nutzung
Verwandte Anwendungsgebiete
Frauenheilkunde
Der weibliche Zyklus, PMS, Regelschmerzen und die Wechseljahre sind Lebensphasen, in denen Phytotherapeutika wirkungsvoll und sanft eingreifen können. Phytohormone und hormonmodulierende Pflanzen bieten naturidentische Alternativen mit gutem Sicherheitsprofil.
Haut
Die Haut ist das größte Organ des Menschen und Spiegel innerer Gesundheit. Phytotherapeutika wirken lokal entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antimikrobiell und juckreizlindernd – mit breitem Anwendungsspektrum von Wunden über Ekzeme bis hin zu Akne und Pilzinfektionen.
Mund und Rachen
Zahnfleischentzündungen, Aphten, Mundgeruch, Halsschmerzen und Heiserkeit lassen sich mit lokal wirkenden Phytotherapeutika sehr effektiv behandeln. Adstringierende, antibakterielle und schleimhautberuhigende Kräuter werden als Spülung, Gurgellösung oder Lutschtablette eingesetzt.
Verdauung
Magen, Darm, Leber und Galle – die Verdauungsorgane reagieren sensibel auf Stress, Ernährung und Lebensstil. Phytotherapeutika wirken krampflösend, blähungswidrig, gallenfluss-fördernd und schleimhautschützend.
Häufige Fragen
Wofür wird Frauenmantel verwendet?
Leichter Durchfall (Diarrhoe), Regelschmerzen (Dysmenorrhoe), Unregelmäßige Menstruation (traditionell, Evidenz begrenzt)
Wie bereitet man Frauenmantel als Tee zu?
2–4 g Kraut auf 150 ml kochendem Wasser, 10 Min. Dosierung: 3x täglich 1 Tasse
Hat Frauenmantel Wechselwirkungen?
Gerbstoffe können Resorption von Alkaloiden, Mineralstoffen (Eisen, Zink) hemmen Abstand zu eisenhaltigen Präparaten empfohlen