Stoffwechsel

Ein gestörter Stoffwechsel äußert sich in vielfältigen Symptomen: Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Fettstoffwechselstörungen, Leberbelastung und Entgiftungsprobleme. Phytotherapeutika können metabolische Prozesse regulieren, die Leber regenerieren und den Blutzuckerspiegel sanft modulieren.

Typische Beschwerdebilder

  • Leberbelastung und Fettleber (NAFLD) – auch durch Alkohol, Medikamente, Ernährung
  • Erhöhte Leberwerte (GPT, GOT, GGT)
  • Metabolisches Syndrom (Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie, Insulinresistenz)
  • Erhöhter Nüchternblutzucker / Prädiabetes
  • Dyslipidämie (erhöhte Triglyzeride, LDL-Cholesterin)
  • Frühjahrsmüdigkeit, allgemeine Entschlackungs- und Reinigungskuren
  • Harnsäureerhöhung (Gicht-Prävention)
  • Übersäuerung, Schlackensymptomatik

Bewährte Heilkräuter (7)

  • Mariendistel

    Silybum marianum

    Wirkstoffe: Silymarin (Silibinin, Silicristin, Silidianin)

    Wirkprinzip: Hepatoprotektiv, antifibrotisch, antioxidativ, regenerativ

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  • Löwenzahn

    Taraxacum officinale

    Wirkstoffe: Taraxacin, Taraxacerin, Inulin, Bitterstoffe

    Wirkprinzip: Choleretisch, diuretisch, leberstimulierend, prebiotisch

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  • Artischocke

    Cynara scolymus

    Wirkstoffe: Cynarin, Chlorogensäure, Luteolin

    Wirkprinzip: Leberschützend, choleretisch, lipidsenkend

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  • Brennnessel

    Urtica dioica

    Wirkstoffe: Flavonoide, Chlorophyll, Kieselsäure, Carotine

    Wirkprinzip: Diuretisch, entschlackend, remineralisierend

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  • Zimt

    Cinnamomum verum/cassia

    Wirkstoffe: Zimtaldehyd, MHCP (Methylhydroxychalkon-Polymer)

    Wirkprinzip: Insulinsensibilisierend, blutzuckersenkend, antidiabetisch

  • Kurkuma

    Curcuma longa

    Wirkstoffe: Curcumin, Ar-Tumeron, Bisabolol

    Wirkprinzip: Hepatoprotektiv, NF-κB-hemmend, antiphlogistisch, gallenflussfördernd

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  • Grüner Tee

    Camellia sinensis

    Wirkstoffe: EGCG (Epigallocatechingallat), Polyphenole, Koffein

    Wirkprinzip: Antioxidativ, thermogen, lipidsenkend, blutzuckermodulierend

Zubereitungsformen

  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Mariendistel-Silymarin (70–105 mg 3 x täglich), Artischocken-Extrakte
  • [[04_Tee_Aufguss]] – Löwenzahn, Artischocke, Brennnessel als Kurtee; Grüner Tee täglich
  • [[04_Tinktur]] – Mariendistel, Löwenzahn als Bitterstofftropfen vor Mahlzeiten
  • [[04_Frischpflanzensaft]] – Löwenzahn- und Brennnesselsaft für Frühjahrskuren
  • [[04_Gewuerz_in_Nahrung]] – Kurkuma, Zimt täglich in der Küche als metabolische Prävention
  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Grüner-Tee-Extrakt (standardisiert auf EGCG) als Kapsel

Bewährte Teemischungen

Mischung 1 – Lebertee (hepatoprotektiv)

  • Mariendistelfrüchte (geschrotet): 30 g
  • Artischockenblätter: 30 g
  • Löwenzahnwurzel mit Kraut: 25 g
  • Kurkumawurzel: 15 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) auf 250 ml kochendes Wasser, Mariendistel-Früchte 15–20 Minuten leicht köcheln (Extraktion von Silymarin), dann restliche Kräuter zugeben und 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich, 4–8 Wochen als Kur. Silymarin-Fertigpräparat parallel für garantierte Dosis.

Mischung 2 – Frühjahrskur-Tee (Entgiftung und Entschlackung)

  • Löwenzahnwurzel mit Kraut: 30 g
  • Brennnesselblätter: 30 g
  • Artischockenblätter: 25 g
  • Birkenblätter: 15 g

Zubereitung: 1,5–2 TL (ca. 2,5 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich morgens und mittags, 3–4 Wochen im Frühling. Dazu täglich 2 Liter Wasser. Leichte Ernährung (viel Gemüse, wenig Fleisch, kein Alkohol) als Begleitmaßnahme.

Mischung 3 – Blutzucker-Regulierungstee (bei erhöhtem BZ/Prädiabetes)

  • Zimtrinde: 25 g
  • Bockshornkleesamen (geschrotet): 20 g
  • Löwenzahnwurzel: 25 g
  • Brennnesselblätter: 30 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) auf 250 ml kochendes Wasser, Zimtrinde und Bockshornklee 10 Minuten leicht köcheln, dann Löwenzahn und Brennnessel zugeben, 10 Minuten ziehen lassen. 2–3 Tassen täglich zu den Mahlzeiten. Begleitend Blutzucker kontrollieren. Kein Ersatz für Diabetesmedikation.


Ernährungs- & Lebensstiltipps

  • Intermittierendes Fasten (16:8) entlastet die Leber und verbessert Insulinsensitivität
  • Ballaststoffreiche Ernährung (Inulin aus Artischocke, Chicorée, Topinambur) ernährt Leber-schützende Darmbakterien
  • Alkohol meiden: bereits moderate Mengen erhöhen Leberfettspeicherung
  • Täglicher Spaziergang nach dem Mittagessen senkt postprandiale Blutzucker-Spitzen um bis zu 30%
  • Bitterstoffe täglich: Chicorée, Rucola, Radicchio vor der Mahlzeit stimulieren Leberfunktion und Galle

Grenzen der Selbstbehandlung

  • Manifester Diabetes mellitus Typ 1 → nur ärztliche Insulintherapie, keine pflanzliche Alternative
  • Stark erhöhte Leberwerte (mehr als 3-fache Norm) ohne bekannte Ursache → Abklärung
  • Zimt (Cassia) enthält Cumarin – nicht täglich in großen Mengen (max. 6 g Cassia-Zimt täglich, Ceylon-Zimt unbedenklicher)
  • Mariendistel kann Kreuzallergie bei Korbblütler-Allergie auslösen
  • Wechselwirkung: Grüner Tee hemmt Eisenresorption → nicht zum Essen trinken bei Eisenmangel
  • Artischocke und Löwenzahn bei Gallensteinkoliken zurückhaltend (Galle wird stärker gedrückt)

Häufige Fragen

Welche Heilkräuter helfen bei Stoffwechsel?
Bei Stoffwechsel werden in der Phytotherapie verschiedene Heilkräuter eingesetzt, darunter Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke. Die Auswahl richtet sich nach dem spezifischen Beschwerdebild, den enthaltenen Wirkstoffen und dem individuellen Anwendungskontext.
Wann sollte ich bei Stoffwechsel einen Arzt aufsuchen?
Heilkräuter eignen sich gut zur Unterstützung bei leichten bis mittelschweren Beschwerden im Bereich Stoffwechsel. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, Fieber über 39 °C, Blut oder Eiter, deutlicher Verschlechterung oder Unsicherheit über die Diagnose sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Pflanzliche Mittel ersetzen keine medizinische Diagnose.