Herz und Kreislauf

Das Herz-Kreislauf-System profitiert von pflanzlichen Wirkstoffen, die Gefäße schützen, den Blutdruck regulieren, die Durchblutung verbessern und das Herz tonisieren. Phytotherapeutika spielen hier eine wichtige unterstützende Rolle – stets in Abstimmung mit ärztlicher Begleitung bei diagnostizierten Herzerkrankungen.

Typische Beschwerdebilder

  • Mild erhöhter Blutdruck (Hypertonie Stadium I, begleitend)
  • Schweres-Beine-Syndrom, Venenschwäche (Chronisch-venöse Insuffizienz, CVI)
  • Periphere Durchblutungsstörungen
  • Altersbedingte Herzinsuffizienz (leichtere Grade, unterstützend)
  • Arterioskleroseprävention
  • Nervöse Herzprobleme (Palpitationen ohne organische Ursache)
  • Ödeme durch venöse Insuffizienz

Bewährte Heilkräuter (7)

  • Weißdorn

    Crataegus monogyna/laevigata

    Wirkstoffe: Oligomere Proanthocyanidine (OPC), Flavonoide, Vitexin

    Wirkprinzip: Kardiotonisch, vasodilatierend, antioxidativ, durchblutungsfördernd

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  • Knoblauch

    Allium sativum

    Wirkstoffe: Allicin, Ajoene, Alliin, Schwefelverbindungen

    Wirkprinzip: Lipidsenkend, antithrombotisch, blutdrucksenkend, arteriosklerosehemmend

  • Ginkgo

    Ginkgo biloba

    Wirkstoffe: Flavonoidglykoside, Ginkgolide A+B, Bilobalid

    Wirkprinzip: Durchblutungsfördernd (peripher und zerebral), thrombozytenaggregationshemmend

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  • Rosskastanie

    Aesculus hippocastanum

    Wirkstoffe: Aescin (Triterpensaponin), Flavonoide

    Wirkprinzip: Venotonisch, ödemprotektiv, kapillarabdichtend

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  • Mistel

    Viscum album

    Wirkstoffe: Viscotoxine, Lektine (ML I-III), Polysaccharide

    Wirkprinzip: Blutdruckregulierend, immunmodulierend, vasodilatierend

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  • Roter Weinlaub

    Vitis vinifera

    Wirkstoffe: OPC, Quercetin, Resveratrol

    Wirkprinzip: Venotonisch, kapillarstabilisierend, antioxidativ

  • Olivenblatt

    Olea europaea folium

    Wirkstoffe: Oleuropein, Hydroxytyrosol, Rutin

    Wirkprinzip: Antihypertensiv, antioxidativ, antiatherogen

Zubereitungsformen

  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Weißdorn-Extrakte (WS 1442 oder LI 132 standardisiert), Rosskastaniensamenextrakt (Aescin-Gehalt entscheidend)
  • [[04_Tee_Aufguss]] – Weißdornblätter mit Blüten, Olivenblatt, Mistelkraut als Langzeittee
  • [[04_Tinktur]] – Weißdorn, Knoblauch als alkoholischer Auszug
  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Ginkgo-Extrakt (EGb 761, 240 mg/Tag), Roter Weinlaub-Extrakt
  • [[04_Frischpflanzensaft]] – Knoblauchsaft als konzentrierte Variante (oder Rohtabletten)

Bewährte Teemischungen

Mischung 1 – Herzstärkungs-Tee (Weißdorn-Basis)

  • Weißdornblätter mit Blüten: 40 g
  • Melissenblätter: 30 g
  • Lindenblüten: 20 g
  • Mistelkraut: 10 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 2,5 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen. 3 Tassen täglich über mehrere Wochen bis Monate. Weißdorn-Wirkung baut sich über 4–8 Wochen auf. Langzeitanwendung erwünscht.

Mischung 2 – Venentee (bei Schwere-Beine-Syndrom und CVI)

  • Roter Weinlaub: 35 g
  • Rosskastanienblätter: 25 g
  • Ringelblumenblüten: 25 g
  • Schafgarbenkraut: 15 g

Zubereitung: 1,5–2 TL (ca. 2,5 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 10–15 Minuten ziehen lassen. 2–3 Tassen täglich trinken. Zusätzlich Kompressionstrümpfe tragen. Als Kur 8–12 Wochen.

Mischung 3 – Blutdrucktee (mild antihypertensiv, entspannend)

  • Olivenblätter: 35 g
  • Mistelkraut: 25 g
  • Weißdornblätter: 25 g
  • Melissenblätter: 15 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) auf 250 ml kochendes Wasser (Mistel alternativ Kaltauszug), 15 Minuten ziehen lassen. Morgens und abends je eine Tasse. Blutdruckkontrolle begleitend. Kein Ersatz für Antihypertensiva bei manifester Hypertonie.


Ernährungs- & Lebensstiltipps

  • DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension): kaliumreich, natriumarm, viel Gemüse
  • Täglich 30 Minuten moderates Ausdauertraining (Spazieren, Radfahren, Schwimmen) senkt Blutdruck effektiv
  • Rauchen aufgeben: Nikotinkonstriktion der Gefäße ist der größte vermeidbare Risikofaktor
  • Beine hochlegen bei Venenschwäche (Schwerkraft umkehren – fördert venösen Rückstrom)
  • Kaltes Wasser-Wechselduschen (Kneipp) an Beinen und Armen stärkt die Gefäßreflexe

Grenzen der Selbstbehandlung

  • Schwere Hypertonie (>160/100 mmHg) → immer ärztlich behandeln
  • Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern etc.) → kardiologe Abklärung Pflicht
  • Zeichen eines Herzinfarkts (Brustschmerz, Ausstrahlung in Arm/Kiefer, Schweißausbruch) → Notruf 112
  • Schlaganfall-Symptome → Notruf 112
  • Weißdorn-Präparate können Digitalis-Wirkung verstärken → bei Herzglykoside-Therapie Rücksprache
  • Ginkgo hemmt Thrombozytenaggregation → bei Blutgerinnungsstörungen oder Antikoagulantien-Therapie kritisch
  • Mistel nicht bei allergischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen ohne Rücksprache

Häufige Fragen

Welche Heilkräuter helfen bei Herz und Kreislauf?
Bei Herz und Kreislauf werden in der Phytotherapie verschiedene Heilkräuter eingesetzt, darunter Weißdorn, Knoblauch, Ginkgo. Die Auswahl richtet sich nach dem spezifischen Beschwerdebild, den enthaltenen Wirkstoffen und dem individuellen Anwendungskontext.
Wann sollte ich bei Herz und Kreislauf einen Arzt aufsuchen?
Heilkräuter eignen sich gut zur Unterstützung bei leichten bis mittelschweren Beschwerden im Bereich Herz und Kreislauf. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, Fieber über 39 °C, Blut oder Eiter, deutlicher Verschlechterung oder Unsicherheit über die Diagnose sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Pflanzliche Mittel ersetzen keine medizinische Diagnose.