Atemwege

Erkältungen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Phytotherapeutika wirken schleimlösend, sekretolytisch, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend – oft mit geringeren Nebenwirkungen als synthetische Hustenmittel.

Typische Beschwerdebilder

  • Akuter Husten (trocken/reizend oder verschleimt)
  • Erkältung mit Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit
  • Akute und chronische Bronchitis
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
  • Asthma bronchiale (begleitend, nicht primär)
  • Grippaler Infekt, Influenza-Prophylaxe
  • Verschleimung und Festsitzen des Sekrets

Bewährte Heilkräuter (10)

  • Thymian

    Thymus vulgaris

    Wirkstoffe: Thymol, Carvacrol, Flavonoide

    Wirkprinzip: Expektorierend, antibakteriell, spasmolytisch am Bronchialsystem

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  • Spitzwegerich

    Plantago lanceolata

    Wirkstoffe: Aucubin, Acteoside, Schleime

    Wirkprinzip: Hustenreizlindernd, antikatarrhalisch, schleimhautschützend

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  • Efeu

    Hedera helix

    Wirkstoffe: Hederacoside (bes. Hederacosid C)

    Wirkprinzip: Sekretolytisch, bronchospasmolytisch, mukolytisch

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  • Eibisch

    Althaea officinalis

    Wirkstoffe: Schleimstoffe (Arabinogalactan)

    Wirkprinzip: Schleimhautschutz, antitussiv durch Filmbildung

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  • Isländisch Moos

    Cetraria islandica

    Wirkstoffe: Lichenin, Isolichenin, Flechtensäuren

    Wirkprinzip: Schleimhautprotektiv, antibakteriell, immunmodulierend

  • Holunder

    Sambucus nigra

    Wirkstoffe: Sambunigrin, Flavonoide, Anthocyane

    Wirkprinzip: Antiviral, schweißtreibend, fiebersenkend

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  • Linde

    Tilia cordata/platyphyllos

    Wirkstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, ätherische Öle

    Wirkprinzip: Schweißtreibend, antitussiv, schleimhautberuhigend

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  • Schlüsselblume

    Primula veris

    Wirkstoffe: Triterpensaponine, Flavonoide

    Wirkprinzip: Sekretolytisch, expektorierend, mukolytisch

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  • Eukalyptus

    Eucalyptus globulus

    Wirkstoffe: 1,8-Cineol (Eucalyptol)

    Wirkprinzip: Mukolytisch, bronchosekretolytisch, antibakteriell

  • Kapuzinerkresse

    Tropaeolum majus

    Wirkstoffe: Glucosinolate, Benzylsenföl

    Wirkprinzip: Antibakteriell, antimykotisch, antiviral

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Zubereitungsformen

  • [[04_Tee_Aufguss]] – Hauptform für Atemwegskräuter; häufig als Teemischung oder Einzeltee
  • [[04_Inhalation]] – Thymian, Eukalyptus, Kamille als Dampfinhalation (besonders wirksam bei Bronchitis und Sinusitis)
  • [[04_Tinktur]] – Thymian- und Efeututinktur für Hustensäfte und Tropfen
  • [[04_Pflanzliche_Fertigpraeparate]] – Efeu-Hustensaft, Thymiansirup (gut belegt durch klinische Studien)
  • [[04_Wickel_Auflagen]] – Thymianwickel auf Brust und Rücken bei festsitzendem Husten
  • [[04_Frischpflanzensaft]] – Spitzwegerichsaft bei trockenem Reizhusten

Bewährte Teemischungen

Mischung 1 – Erkältungstee (Frühphase, schweißtreibend)

  • Holunderblüten: 30 g
  • Lindenblüten: 30 g
  • Pfefferminzblätter: 20 g
  • Schafgarbenkraut: 20 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 10–15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. So heiß wie möglich trinken und ins Bett gehen – fördert das Schwitzen. 4–5 Tassen täglich in den ersten 2–3 Erkältungstagen.

Mischung 2 – Hustentee (sekretolytisch, bei Verschleimung)

  • Thymian: 35 g
  • Schlüsselblumenwurzel: 25 g
  • Efeublätter: 20 g
  • Spitzwegerichblätter: 20 g

Zubereitung: 1,5–2 TL (ca. 2,5 g) auf 250 ml kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3–4 Tassen täglich warm trinken. Optional mit etwas Honig gesüßt. Anwendungsdauer: solange Husten besteht, maximal 3 Wochen.

Mischung 3 – Hals- und Rachentee (beruhigend, schleimhautschützend)

  • Eibischwurzel: 40 g
  • Isländisch Moos: 30 g
  • Spitzwegerichblätter: 30 g

Zubereitung: 2 TL (ca. 3 g) in 250 ml kaltem Wasser einweichen (Kaltauszug, 30–60 Minuten), dann kurz erwärmen – NICHT aufkochen (zerstört Schleimstoffe). 3–5 Tassen täglich, langsam schlucken. Ideal bei Reizhusten und Heiserkeit.


Ernährungs- & Lebensstiltipps

  • Ausreichend trinken (mind. 2 Liter täglich) – flüssiges Sekret lässt sich leichter abhusten
  • Raumluft befeuchten (Luftfeuchtigkeit 50–60%) – trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute
  • Heiße Dampfinhalation 2–3 x täglich (Schüssel mit heißem Wasser, Handtuch über Kopf)
  • Zwiebel-Honig-Sirup selbst herstellen: Zwiebel würfeln, mit Honig bedecken, 4 Stunden ziehen lassen – natürliches Hausmittel mit echten antibakteriellen Eigenschaften
  • Nikotin meidet – auch Passivrauchen verschlimmert Atemwegsbeschwerden erheblich

Grenzen der Selbstbehandlung

  • Hohes Fieber (über 39°C) über mehr als 3 Tage → Arzt aufsuchen
  • Blutiger Auswurf → immer abklären lassen
  • Kurzatmigkeit, pfeifende Atemgeräusche → mögliches Asthma oder COPD
  • Husten über 3 Wochen ohne Besserung → Abklärung auf Keuchhusten, TBC, Tumor
  • Starke einseitige Gesichtsschmerzen + grün-gelber Ausfluss → bakterielle Sinusitis, ggf. Antibiotika nötig
  • Efeu-Präparate nicht für Kinder unter 2 Jahren
  • Kapuzinerkresse bei aktiven Magengeschwüren kontraindiziert

Häufige Fragen

Welche Heilkräuter helfen bei Atemwege?
Bei Atemwege werden in der Phytotherapie verschiedene Heilkräuter eingesetzt, darunter Thymian, Spitzwegerich, Efeu. Die Auswahl richtet sich nach dem spezifischen Beschwerdebild, den enthaltenen Wirkstoffen und dem individuellen Anwendungskontext.
Wann sollte ich bei Atemwege einen Arzt aufsuchen?
Heilkräuter eignen sich gut zur Unterstützung bei leichten bis mittelschweren Beschwerden im Bereich Atemwege. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, Fieber über 39 °C, Blut oder Eiter, deutlicher Verschlechterung oder Unsicherheit über die Diagnose sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Pflanzliche Mittel ersetzen keine medizinische Diagnose.